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Gedanken eines Dreizehnjährigen….

Kindergedanken

Gestern, als wir im Krankenhaus zur Gipsentnahme warten mussten, hat mich mein Jüngster wieder verblüfft. Seine Art die Welt zu betrachten und die Gedanken die er sich dazu macht haben eine ganz eigene Dynamik. Wir führen öfter tiefsinnige Gespräche von Mutter zu Sohn, so ganz ohne Zuhörer. Nicht selten kommt es vor, dass ich schmunzeln muss, denn die Welt selbst ist für ein Kind ganz einfach. Was dir Spaß macht das mach langsam und genieße es, was keinen Spaß macht mach schneller J dann hast du wieder Zeit für die Dinge die Spaß machen. Wer dich mag mit dem umgib dich, wer dich nicht mag den ignorier einfach. So könnte ich diese Liste endlos fortführen, doch um die geht es heute gar nicht. Ich möchte euch einfach an dem gestrigen Gespräch teilhaben lassen, weil ich einfach denke, dass es vor allem uns Müttern großen Respekt und Anerkennung zeigt. So saßen wir also gestern und warteten als mein Sohn mich völlig überraschend fragte:

„Sag mal Mama wirst du bezahlt für deine Arbeit als Mutter?“ Völlig verblüfft sah ich ihn an, zum ersten empfinde ich Mutter sein nicht als Arbeit zum zweiten weiß ich genau, ich kenne meinen Sohn ja nun schon ein wenig, dass diese Frage einen sehr tiefen Gedankengang beinhaltet und zum dritten saßen wir nicht alleine im Wartezimmer und hatten dieses Mal Zuhörer. Mütter wie auch andere Wartende hoben interessiert die Köpfe und man konnte sehen wie sie zuhörten. Ich antwortete ihm so wie ich es immer mache, aus der tiefe meines Herzens, was ich fühle oder denke.

„Euer Lächeln, eure Zufriedenheit ist meine Bezahlung.“

„Nein, Mama das mein ich nicht. Ich meine bekommst du Geld für das was du für uns tust? Du bist immer für uns da, egal wann wir dich brauchen. Am Tag, in der Nacht. Wir brauchen dich nur zu rufen und du kommst. Du hilfst uns, wenn wir Schwierigkeiten haben. Du putzt für uns, du kochst für uns, du wäschst für uns. Du hältst Wache, wenn wir krank sind und machst uns wieder gesund. Du kaufst für uns ein, du fährst uns in die Schule, holst uns ab. Du tröstest uns, wenn wir traurig sind, du beruhigst uns, wenn wir Angst haben. Du gibst uns Kraft, wenn wir schlechte Noten haben. Du lernst mit uns, du machst so viel. Das ist richtig Arbeit, jeden Tag, jede Nacht das ganze Jahr. Das wird doch bezahlt oder?“

Es wurde immer stiller im Wartezimmer. Unsere Zuhörer sahen uns gespannt an, einige nickten zustimmend, andere lächelten. Wow, was für Gedankengänge da wieder im Kopf meines Kindes waren. Auch ich musste lächeln.

„Nein mein Schatz, dafür bekomme ich kein Geld. Ich mache das alles weil ich euch Liebe. Weil ich mir euch als Kinder gewünscht habe und ich das Glück habe, dass ihr zu mir gekommen seid. Als Arbeit sehe ich das alles auch gar nicht, das alles ist für mich Freude. Um Geld zu bekommen muss ich richtig arbeiten gehen, wenn ihr in der Schule seid.“

„Du arbeitest doch richtig, wenn du dich um uns kümmerst. Aufräumen und alles ist Arbeit. Warum wird das nicht bezahlt? Wenn jemand wo anders putzen geht, oder im Restaurant kocht, wird er ja auch bezahlt. Der Mechaniker wird ja auch bezahlt wenn er das Auto repariert. Die Lehrer werden bezahlt, du lernst mit uns und erklärst ja auch wie ein Lehrer, warum bekommt man als Mama da kein Geld dafür? Ich finde Mütter sollten bezahlt werden für das was sie tun und nicht mehr wo anders arbeiten müssen um das zu tun was sie zu Hause eh schon Tag und Nacht machen.“

Man hätte im Wartezimmer eine Stecknadel fallen hören können, so still war es nun. Ich konnte sehen, dass wirklich alle über die Worte meines Sohnes nachdachten. Mir gegenüber saß ein älteres Pärchen, der Mann lächelte und der Frau kamen leicht die Tränen.

„Du hast Recht mein Schatz, wenn man es so betrachtet, wie du es gerade getan hast, dann wäre das wirklich schön für uns Mütter. Doch Mutter sein ist kein anerkannter Beruf. Das macht man freiwillig, weil man es wirklich gerne möchte. Mutter bist du in deiner Freizeit, das wird nicht bezahlt. Unsere Gesellschaft hat keinen Nutzen davon, wenn eine Mutter nur zu Hause für ihre Kinder arbeitet. “

„Das ist nicht richtig Mama. Alle Menschen haben nutzen davon, die Lehrer haben weniger Arbeit mit uns, wenn sich jemand darum kümmert, dass die Hausaufgaben gemacht sind und das man gelernt hat. Kein Koch muss für uns Kinder kochen oder Pausenbrote richten, weil du das ja für uns machst. Es muss niemand anderer für uns putzen. Selbst als ich im Krankenhaus war musste die Krankenschwester mir kein Wasser holen, weil du das gemacht hast und sie deshalb weniger Arbeit mit mir hatte. Ich finde Mutter sein ist sogar ein guter Beruf. Einer wo du alles machst oder können musst, denn du reparierst auch Dinge für uns und du bist kein Mechaniker.“

„So gesehen muss ich dir wirklich Recht geben, doch Geld gibt es für uns Mütter trotzdem nicht für das was wir machen. Vielleicht kann das eines Tages mal so sein, doch im Moment ist das undenkbar. Nur Mutter zu sein ohne richtig Arbeiten zu gehen um Geld zu verdienen ist nicht angesehen. Da gibt es noch zu viele Menschen die denken, dass wenn man nur Mutter sein will, man einfach zu faul ist um richtig zu arbeiten.“

„Mütter sind doch nicht faul! Die Arbeiten mehr als jemand der in einem Geschäft steht, oder in einem Restaurant, oder in einem Büro, weil die ja echt immer arbeiten, egal wie spät es ist. Eine Mama geht nie nach Hause von der Arbeit, denn die arbeitet ja zu Hause. Eine Mama arbeitet sogar im Urlaub oder an den Wochenenden wo andere richtig frei haben. Das muss echt geändert werden. Ich finde jede Mutter sollte Geld bekommen und wirklich viel verdienen. Einfach weil sie alles machen und das immer, das ganze Jahr.“

„Ja, das wäre wirklich schön, denn es macht großen Spaß Mama zu sein. Vielleicht sehen das irgendwann mal alle Menschen so wie du es siehst.“

„Mit wem kann man sprechen damit sich das ändert? Ich gehe zu dem und rede und erkläre dem das auch.“

„Hmm, da gibt es niemanden mit dem du sprechen könntest, denke ich. So eine Sache müsste schon der Wunsch aller Menschen sein.“

„Es muss doch einen Politiker geben der sich um genau so etwas kümmert. Die machen doch die Gesetze oder nicht? Da muss man doch mit jemandem reden können, damit der so ein Gesetz machen kann, dass Mütter Geld bekommen und nirgends mehr wo anders arbeiten müssen. Vielleicht macht das ja der Bundespräsident. Dem könnte ich doch schreiben oder  anrufen. Ich finde das sollte schnell geändert werden.“

„Ich weiß nicht ob der Bundespräsident da wirklich helfen kann, doch du kannst es ja versuchen.“

„ Das werde ich, denn ich finde das echt wichtig. Und wenn er nichts machen kann, dann werde ich Bundespräsident und werde ein Gesetz machen, dass Mütter richtig bezahlt werden. Ich finde, dass du Geld bekommen solltest für das was du tust. Du tust es nämlich wirklich gut und arbeitest viel.“

„Danke das ist echt lieb von dir und bis dahin ist meine Bezahlung einfach weiterhin ein Lächeln von euch und das Wissen, dass es euch gut geht und ihr glücklich und zufrieden seid. (zwinkere ihm zu)“

Er lächelt mich an und sagt: „Ich hab dich so lieb Mama, du bist einfach die beste Mama auf der ganzen Welt.“ Schon werden wir aufgerufen um ins Gipszimmer zu kommen. Ich gebe ihm ein Bussi und wir gehen rein. Ratzfatz ist der Gips herunter und wir dürfen gehen. Als wir wieder rauskommen steht der ältere Herr auf, lächelt mich und meinen Sohn an und sagt: „Sie haben hier echt einen ganz tollen jungen Mann. Es war unendlich schön Ihnen bei ihrem Gespräch zu zuhören. Er hat absolut recht, Mütter sollten bezahlt werden dafür was sie leisten. Sie leisten mehr für die Gesellschaft als die Gesellschaft zu würdigen weiß. Ich erinnerte mich an meine Mutter auch die hat alles für uns Kinder getan und meine Frau ebenso. Mütter sind etwas ganz besonderes und das sollten wir alle erkennen. Vielen Dank! Und dir junger Mann wünsche ich, dass du es schaffst allen Menschen auf der Welt zu zeigen wie wichtig Mütter sind und dass sie dafür bezahlt werden sollten. Nicht nur mit einem Lächeln, sondern mit Geld damit sie nicht noch zusätzlich Arbeiten gehen müssen. Und wenn du selbst Bundespräsident dafür werden musst sage ich dir jetzt schon, meine Stimme hast du.“ Er gibt uns die Hand und wünscht uns noch einen schönen Tag. Die anderen Zuhörer lächeln und nicken alle Zustimmend…. Nun bin ich zu Tränen gerührt……

 

 

Das schönste Geschenk zu Weihnachten ist für uns Mütter immer noch, wenn wir sehen, dass unsere Kinder uns zu schätzen wissen…….

Mit liebevollen mütterlichen Grüßen, Eure Regine