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Mama Danke, dass du mich so lieb hast!

habdichliebMama Danke, dass du mich so lieb hast!

 

Einer der Allerschönsten Momente im Leben einer Mutter. Ich durfte ihn heute wieder erleben. Und jedes Mal steigen mir die Tränen hoch. Es ist so schön, wenn meine Kinder das zu mir sagen, mich dabei in den Arm nehmen. Es zeigt mir einfach, dass, egal wie anstrengend es manchmal ist Mutter zu sein, es sich lohnt. Meine drei sind mittlerweile bereits 20, 18 und 12 Jahre alt. Wir haben es nicht immer leicht miteinander, doch egal wie hart unsere Zeiten auch manchmal waren und sind, wir wissen wie sehr wir uns lieben.

Gedankenversunken stand ich dann in der Küche und habe Kürbisbrot für heute Mittag vorbereitet. Ich dachte an die vielen Zeiten wo wir eng zusammen rücken mussten, weil das Leben nicht so einfach war. Ich dachte an die Zeiten wo alles rund lief und es stressfrei und leicht war. Und ich dachte darüber nach wie sehr ich manchmal Mütter nicht verstehen kann.

Ich weiß wie sehr man als Mutter manchmal überfordert ist, besonders wenn man Alleinerziehend ist. Ich weiß wie sehr wir Mamas manchmal eine Auszeit brauchen würden, schließlich sind wir 24 Stunden 7 Tage in der Woche abrufbereit. Dabei ist es egal, ob wir uns selbst angeschlagen fühlen, Urlaubsreif wären oder einfach mal nur müde sind. Im Normalfall sind wir ständig auf dem Sprung hilfreich und tatenreich zur Verfügung zu stehen. Im Normalfall!

Leider erlebe ich es immer häufiger, dass dies immer weniger wird. Liegt es an der Zeit? Werden Menschen immer Rücksichtsloser und Egoistischer? Wird es tatsächlich immer schwerer Liebe, Schutz und Geborgenheit zu geben? Für mich nicht. Ich habe mich entschlossen Kinder zu bekommen und ich war mir meiner Verantwortung bewusst, diese Verantwortung trägt man sein ganzes Leben. Nicht nur 18 Jahre. Egal wie alt meine Kinder sind, mir ist völlig klar, dass ich sie immer unterstützen werde, dass ich ihnen zuhören werde, dass ich sie trösten werde, dass ich dafür sorgen werde, dass sie sich wohl fühlen und es ihnen gut geht. Ich werde sie immer ermutigen alles zu tun, damit sie glücklich sind, auch dann, wenn es für mich einen beschwerlicheren Weg bedeutet und ich selbst auf einiges verzichten muss. Sie sind zu mir gekommen und ich habe noch vor deren Geburt geschworen sie zu lieben und ihnen zu geben was sie brauchen, um das zu tun was ihnen Freude bereitet.

Ich erinnere mich gut daran, wie mein erstes Kind auf die Welt kam und es schon beim Kinderarzt begann Leistungsdruck zu erfüllen. Das Kind hatte ab einem gewissen Alter dieses oder jenes zu können. Das Kind musste so und so viel wiegen. Das Kind musste diese oder jene Worte sprechen können. Irgendwann wurde mir das einfach zu blöd. Ich erlebte mein Kind jeden Tag und jede Nacht, er war absolut normal. Er krabbelte, er spielte mit Bauklötzchen, er bekam gerne vorgelesen und vorgesungen, er tobte gerne mit mir im Freien. Er war wissbegierig. Er hüpfte, kletterte und so weiter. Mal war er geschickter mal weniger geschickt. Ganz so, wie jedes andere menschliche Wesen auch. Als dann der Kindearzt meinte, er sollte nun aber mit dem Alter schon langsam anfangen sauber zu sein, riss mir die Hutschnur. Er muss gar nichts, hab ich gesagt. Er darf in seinem eigenen Tempo seine Entwicklung leben. Der eine wird früher sauber der andere später. Irgendwann gehen sie alle aufs Klo. Mein Kind muss nicht mit 18 Monaten sauber sein und fertig.

Von da an hab ich aufgehört auf andere zu hören. Es war mir egal, ob er zeichnen konnte oder nicht. Jeder hat andere Begabungen. Es muss einfach nicht jeder ein Zeichengenie sein. So habe ich es bei allen meinen Kindern gehandhabt, ich hab sie gefördert und sie ermutigt Dinge zu tun, die ihnen Spaß machen. Es gibt nichts Schöneres, als entspannte glückliche Kinder.

Erst kürzlich hatte ich ein Gespräch mit meinem Erstgeborenen. Er hat sich nahezu entschuldigt, dass er kein handwerklich oder künstlerisch begabter Mensch ist. Pfffffff. Im ersten Moment wusste ich gar nicht wie er da jetzt drauf kommt. Warum er denkt es wäre nötig sich dafür zu rechtfertigen so zu sein wie man ist. Ja, es stimmt er kann mit Hammer und Co absolut nicht umgehen. Muss er auch nicht!! Er kann sich mit Kunst nichts anfangen, zeichnen und Co ist für ihn eine Tortur. Er muss es auch nicht können!! ER hat dafür andere Begabungen. ER ist hilfsbereit, freundlich, höflich, er räumt gerne auf, er gibt menschliche Wärme weiter, er ist sozial. Er hat Durchhaltevermögen. So großes Durchhaltevermögen, dass er ein Menschenleben gerettet hat, ohne groß darüber nach zu denken. Er hat es einfach getan.

Ist es da wichtig, ob er einen Hammer halten kann? Nein!! Also liebe Mama, die du vielleicht dein Kind anpflaumst, weil es keinen Hammer halten kann, oder sonst nicht deinen Vorstellungen entspricht, überlege dir, ob es das wirklich können muss, oder ob die Dinge die es kann, nicht irgendwann einmal ganz besonders wichtig sein können.  Überlege dir ob du alles kannst was du forderst. Überlege dir ob du mit deinen Kritiken deinem Kind Schaden zufügst. Überlege dir ob du dein Leben in das Leben deines Kindes schieben willst und versuchst an deinem Kind etwas zu Leben was du selbst nicht leben kannst oder willst.

Wir sind alle unterschiedlich, wir sind mit bestimmten Begabungen auf die Welt gekommen. Jeder ist Wertvoll auf dieser Welt, egal was er kann oder nicht kann. Wenn wir unsere Kinder ständig drücken und kritisieren, dann werden sie verunsicherte unglückliche Erwachsene. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man als Mutter sowas für sein Kind haben will. Ich lasse dabei auch das Argument, „Ich musste es auch können, mich hat auch keiner gefragt“, einfach nicht gelten. Eben genau deshalb weil ich genau weiß, dass ich vieles musste, ich nicht gefragt wurde und es keinen interessiert hat, ob ich glücklich bin oder nicht, möchte ich es für meine Kinder anders haben. Sie sollen sein dürfen wie sie sind, denn genauso sind sie gut. Sie sollen es besser haben und glücklich sein, weil ich genau weiß, wie es ist unglücklich zu sein. Ich war sturzunglücklich mit der Berufswahl meines Vaters, nur weil er meinte ich müsste sein, was er wollte. Nur um einen Beruf zu haben damit ich endlich Geld verdiene. Ich hatte einen mühevollen, sehr beschwerlichen Weg. Den erspare ich meinen Kindern gerne. Sie dürfen den Beruf wählen den sie wollen und wenn es bedeutet, dass sie mehr als die 9 Pflichtschuljahre in die Schule gehen müssen um ihr Ziel zu erreichen, dann ist das eben so.

Ich erlebe es im Bekanntenkreis. Es macht mich stinksauer, dass ein Kind so sehr hängen gelassen wird, nur um es in einen Lehrberuf zu drücken. Damit es Geld verdient. Weil man selbst nicht bereit ist ein wenig Verzicht zu üben, soll das Kind auf seine Träume verzichten. Es ist grausam zu erleben wie dieses Kind kämpft und sich beweisen will. Noch grausamer ist, dass es weder finanzielle noch liebevolle Unterstützung bekommt und darauf angewiesen ist, dass sich jemand fremder kümmert. Und absolut fragwürdig ist, dass hier die Mutter nicht mal auf die Idee kommt, der fremden Person Unterhalt zu bezahlen, obwohl ihr Kind seit Monaten da rundum versorgt wird, mit essen, mit allem was man zum Leben braucht, mit finanzieller Unterstützung nur um auch mal ins Kino zu gehen und mit jeder Menge Liebe. Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass sich die Mutter nicht fragt warum das Kind ausgezogen ist.

Ich kann es nicht verstehen und werde es nicht verstehen.

Eltern sollten ihre Kinder tragen und ihnen all jenes ermöglichen um es besser zu haben als sie selbst es hatten. Sie sollten sich bewusst sein, dass sie mit Volljährigkeit des Kindes nicht aufhören Eltern zu sein. Elternschaft geht über diese Zeit hinaus bis hin zum Tod.

 

Ich habe in meinen Gedanken hier die Mütter angesprochen. Da es ein Muttererlebnis war, welches mich zu diesen Gedanken geführt hat. Jetzt zum Ende meiner Gedanken möchte ich allerdings ganz klar sagen, dass hier absolut nicht nur die Mütter gemeint sind. NEIN!!! Auch die Väter sind angesprochen und dazu aufgerufen über all dies nach zu denken. Schließlich sind auch sie ein Teil der Eltern und auch sie haben ihre Verantwortung zu tragen. Auch wenn sich einige da gerne komplett raus ziehen und nur Vater genannt werden, sich allerdings überhaupt nicht wie einer benehmen…….

 

Mit nachdenklichen Grüßen

Regine